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Kasperles Abenteuer DVD 1

60 Min. Spannung und Spaß für die Kleinen zwischen 3 und 7!

7,59 € (keine Versandkosten)

frühkindliche Förderung
Frühkindliche Förderung in Tageseinrichtungen

Der § 24, Abs. 2 des SGB VIII garantiert seit August 2013 jedem Kind zwischen
einem und drei Jahren einen Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer
Tageseinrichtung.


Welche pädagogischen Vorteile beinhaltet die Erziehung der Kleinsten
in Krippen?


    Krippe 1Diese Frage beantwortet Horst Schwarz
    in einem Beitrag zum 2010 erschienenen Buch:
    Krippenkinder in Aktion;
    Ökotopia-Verlag, Münster;

    ISBN 978-3-86702-121-0; 19,99 €


"Lass es mich tun, und ich werde es begreifen."


"Ich zieh die Windel aus!" rief die zweieinhalbjährige Toni der Erzieherin zu und begann selbstbewusst ihre Windel abzustreifen. Was geschieht hier? Das Kind denkt mit, empfindet die Wichtigkeit des Tuns, verbalisiert sein Anliegen und handelt. Kind und Erzieherin werden Partner. Dies kann nur geschehen durch eine ganzheitliche Entwicklung des Kleinkindes.


Bedeutet das nun, dass Erzieherinnen tagein, tagaus gezielte Angebote aus
unterschiedlichen Förderbereichen aneinander reihen müssen, um Krippenkindern Fertigkeiten zu vermitteln, oder ist es wichtig, ihnen Freiräume zu verschaffen, wo sie sich selbst entwickeln und ihre persönlichen Stärken finden können?


Raum für Stärken und Besonderheiten


Schon im Mutterleib sind die Stärken, Charaktereigenschaften und Besonderheiten eines Kindes festgelegt. Deshalb müssen Erwachsene nicht am Kind "herum erziehen", sondern wahrnehmen, was es auf diese Welt bereits mitbringt. Bildhaft gesprochen wird jedes Kind mit einem "imaginären Rucksack" geboren, den es mit sich trägt und der nur darauf wartet, geöffnet zu werden. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, dass das Kind eine stabile und wertvolle Beziehung zu den Betreuungspersonen aufbauen kann, um diesen "Rucksack zu öffnen und seine Stärken heraus zu lassen. Hierzu müssen Eltern und ErzieherInnen den Kindern viel Zeit und Raum zum Entdecken und
Ausprobieren lassen. Nur so entwickeln sich starke und selbstbewusste
Persönlichkeiten.


Lernort Freispiel


Ein äußerst wichtiger Bestandteil für eine ganzheitliche Entwicklung des Kindes
ist das sog. Freispiel in der Einrichtung, wo ErzieherInnen einen Blick in den
"Rucksack" des Kindes werfen können. Da hocken z.B. Kinder in der
Matschecke eines Sandkastens. Ein toller Experimentierort, um sich nass
machen zu dürfen und mit vielen Materialien zu manschen und zu panschen.
Das teilnehmende Kind lernt nicht nur, dass es mit Sand, Schaufel und
Förmchen einen Sandkuchen erschaffen kann, sondern auch den Umgang mit
verschiedenen Materialien.
Krippe 2
Außerdem ist seine Entscheidung mit dem Sand, der vorsichtig erfühlt wird (Sensomotorik), zu spielen, ein wichtiger Schritt zur Persönlichkeitsentwicklung. Es muss zudem die Schaufel in die Hand nehmen, um den Sand aufzuladen (Feinmotorik), wobei es den Umgang mit seinen eigenen Kräften lernt. Denn wenn diese Aktion nicht vorsichtig geschieht, fällt der Sand zurück in den Kasten (Physik). Das eigene Handeln wird benannt (Spracherwerb), und wenn mehrere Kinder nebeneinander zusammen spielen, werden Kommunikationsregeln und Sozialverhalten geübt.


Konkrete Angebote & Projekte


Um dem allgemeinen Bildungsauftrag und den Wissensdrang der Krippenkinder
zu stillen, müssen neben der Experimentierphase außerdem gezielte Angebote
und greifbare Projekte ihren festen Platz haben. Diese sollten in der Regel nicht
allein aus der Initiative von Eltern und ErzieherIn entstehen, sondern auf den
augenblicklichen Interessen der Kinder basieren. Dazu müssen die Erwachsenen
genau beobachten und wahrnehmen, wo die Wissbegierde der Kinder liegen,
ohne allerdings ihre Besonderheiten und Eigenaktivitäten aus den Augen zu
verlieren.


Vorteil: Altersgemischte Gruppen


Jedes Kind hat seinen eigenen Lernweg. Während das sechsmonatige Kind auf
dem Boden liegt, schaut es begeistert (Konzentration), wie die "Großen" mit
bunter Farbe auf das großflächige Blatt malen. Es hört, wie die Älteren die
Farben benennen (Sprachförderung und Sachkompetenz), es schaut zu und
beginnt aufmerksam zu begreifen, wie sie mit den Fingern malen
(Sensomotorik) oder mit dem Pinsel bzw. Schwamm umgehen (Feinmotorik).
Außerdem nimmt es die Bildgestaltung wahr (Ästhetik) und erkennt, wie unter
den Fingern der Großen (Konzentration und Selbstkompetenz) zunehmend ein
KuKrippe 3nstwerk entsteht.


Die ErzieherInnen beobachten sowohl den zuschauenden Säugling als auch die Bildgestalter und ziehen ihre pädagogischen Schlüsse daraus für die weitere erzieherische Arbeit.


Alternativ ein Herbstprojekt: Die Kinder sammeln buntes Laub. Während die ErzieherInnen den Dreijährigen Zeit und Raum zum Zählen der Blätter und zum Mengenvergleich geben, vergleichen die Zweijährigen Formen und Farben. Die Einjährigen betrachten und befühlen derweil jedes Blatt. Neben dem altersgemäßen Sammeln, Vergleichen, Fühlen und Betrachten erleben alle die Gemeinschaft der Gruppe.


Aufmerksam bleiben


Durch fortlaufendes und gezieltes Beobachten einzelner Kinder und der
Gesamtgruppe finden ErzieherInnen immer weitere Anregungen für spontane
und geplante Aktionen. Dabei ist es wichtig, jedem Kind seinen eigenen
Freiraum zu belassen, damit es die bereits pränatal angelegten persönlichen
Begabungen, Eigenschaften und Besonderheiten weiter entdecken, erforschen
und entwickeln kann. Hierbei sollten ihm die pädagogischen Bezugspersonen
aufmerksam zur Seite stehen und ihm helfen, den Reißverschluss seines
"Rucksacks" selbstständig zu öffnen.


Quelle: ÖKOTOPIA, Verlag für pädagogische Medien, Katalog 2010/2011, Seiten 26/27 

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