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Kasperles Abenteuer DVD 1

60 Min. Spannung und Spaß für die Kleinen zwischen 3 und 7!

7,59 € (keine Versandkosten)

Füchslein 4

Unser Freund, der kleine, rote Fuchs

Um unser Füchslein bei uns zu haben, brauchten wir es nur zu rufen: "Es war einmal ein kleiner, roter Fuchs, der lebte im tiefen, tiefen Wald beim großen, ganzen Baum." In der Regel gibt es im Wald natürlich nur ganze und keine halben oder drittel Bäume, aber aus meinem anfänglichen, romantischen "großen, alten Baum", hatte meine Tochter kurzerhand einen "großen, ganzen Baum" gemacht, sie liebte wohl keine alten Bäume. Wie dem auch sei, mit dieser Einführung war uns unser Füchslein zum Greifen nahe.

Es erlebte vor meiner Tochter die Wirren eines Umzugs und die nachfolgende Anpassung an die neue Umgebung, es half, über die Schrecken einer Gewitternacht hinweg zu trösten, es verbrachte als erster allein, ohne Eltern, zwei lustige, kunterbunte Wochen bei seinen Großeltern, kurzum, es war der erfahrenere, immer verläßliche Freund und Bruder.

Ohne daß es uns zu dieser Zeit so recht bewußt wurde, hatte der kleine Kerl bzw. die Zeit, die er bei uns verbrachte, unser Leben verändert. Aus einem oftmals quengeligen Kleinkind, das der Mutter ständig am Schürzenbändel hing, war ein selbständiges und selbstbewußtes kleines Mädchen geworden. Und wir, die Eltern, hatten im ständigen Vergleich mit dem kleinen, roten Schlingel, der die Lausbübereien und Frechheiten, die unsere Tochter nur vorhatte, auch ausführte, dann letztendlich feststellen können, daß unser Maßstab doch zu streng war. Vor allem die kluge, alte Eule, die immer so gut zu überzeugen wußte, war unser Vorbild. Und am Ende dieses Prozesses wurden die Besuche unseres kleinen Freundes immer seltener, und wenn er kam, dann nur, um meiner Tochter nach einem schönen, erfüllten Tag eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen.

Es war nicht zu leugnen, langsam und unmerklich schieden der Kleine und seine Freunde aus unserem Leben. Zur Erinnerung, und ich muß gestehen, daß mir recht wehmütig ums Herz war, schenkten wir unserer Tochter an Weihnachten ihren Freund und Bruder als Plüschtier.

Natürlich haben wir ihn nicht verpackt, sondern neben den Gabentisch in eine Ecke gestellt. Davor kommt, aufgespannt, der lange sehnlichst gewünschte Kinderschirm.

Heiliger Abend. Bescherung. Nach dem obligatorischen Weihnachtsliedersingen, bei dem man kaum den Jubel über den farbenprächtigen Regenschirm verbergen kann, wird dieser aus der Ecke gerissen und damit, närrisch vor Begeisterung, eine Runde durch den Raum gedreht. Die Päckchen häufen sich auf dem Tisch, glänzen im Kerzenschein, der Fuchs in seiner dunklen Ecke ist kaum zu sehen.

Plötzlich bricht das pausenlose Freudengeplapper ab, sie läßt den Schirm fallen, sinkt vor dem Füchslein in die Knie, nimmt es vorsichtig in die Arme und redet, leise hin und her schaukelnd, zärtlich flüsternd auf den Kleinen ein. Das war der Abschied.

Das Füchslein im Regal des Kinderzimmers bannte den anderen, "unseren" kleinen, roten Fuchs. Es gab keine Bitten mehr: Erzähl' mir doch mal wieder..., er war eben endgültig aus unserem Leben verschwunden.....

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