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Kasperles Abenteuer DVD 1

60 Min. Spannung und Spaß für die Kleinen zwischen 3 und 7!

7,59 € (keine Versandkosten)

Füchslein 2

Wie der kleine rote Fuchs zu uns kam

Durch einen blanken Zufall kam dann im Frühling der kleine Fuchs zu uns, so unauffällig, wie er auch wieder ging. Ich hatte mir mein kleines Schmusekätzchen in den Arm genommen und wollte ihm eine sehr moralische Geschichte erzählen, in der ein braves Kind jeden Abend lieb ins Bett ging und nie die Mutter ärgerte. Meine Geschichte begann wie jedes Märchen mit den sehr bedeutungsvoll gesprochenen Worten "es war einmal...", und bevor ich recht wußte, was geschah, gab die Kleine der Geschichte eine ungewollte Wendung: "Es war einmal ein kleines Rehlein, und das tobte durch den Wald." Halt, das war die falsche Richtung! Wer soll erzählen, du oder ich? "Du". Na eben.

Dieses Rehlein und eine ganze Freundesschar konnte man so wunderbar mit den geläufigen Walt-Disney-Klischees ausstatten, und so plätscherte die Geschichte über dieses Super(Reh)-Kind dahin, bis mir diese selbst geschaffenen, allzu perfekten Kinder zum Hals heraus hingen. Aber die Augen meiner Tochter strahlten: Papi war am Erzählen, und von so lustigen (und folgsamen) Tier­kindern hatte man noch nie gehört.

Und weil es langweilig ist, immer nur von braven Kindern zu hören, wie schon Wilhelm Busch wußte, tauchte so ganz am Rande der Geschichte ein Schlingel auf: der Fuchs! Er war nur als Negativ-Beispiel gedacht, als So-Nicht-Person. Aber, zum Kuckuck, mir war der Schlingel lieber als das "brave, braune Rehlein", der "lustige, bunte, kleine Vogel" oder das etwas tolpatschige "kleine Wuschelhäschen". Aus dem einfachen Fuchs war ziemlich schnell ein "kleiner, roter Fuchs" geworden, der eine Menge Unsinn im Kopf hatte, nie so ganz folgte und auch immer wieder in Kalamitäten kam.

Nach einer guten Stunde, in der ich alle nur denkbaren Ermahnungen untergebracht, das Rehlein zum Superkind gemacht und den kleinen, roten Fuchs zahllose Schwierigkeiten hatte durchstehen lassen, ging die Kleine nach dem Versprechen, am nächsten Tag mehr erzählt zu bekommen, klaglos ins Bett.

Am nächsten Abend: Bitte erzähl' mir vom kleinen roten Fuchs! Ach, lieber vom Rehlein. Nö, das ist doof!

Na, jetzt hatte ich mein Fett weg. Meine Frau rannte aus dem Zimmer, um nicht loszulachen. Vermutlich sah ich in dem Moment etwas perplex aus. Aber was half s? Ich mußte von dem Schlingel erzählen:

Was lag zudem näher, als dabei die Abenteuer und Streiche meiner Tochter erzählerisch zu verarbeiten? In einem Märchen kann sich kein vorwurfsvoller Ton halten, und manchmal bekam ich erst durch dieses Medium die richtige Vorstellung von dem Vorgefallenen. Mit anderen Worten: Ich erkannte, so schlimm war's wirklich nicht. (Danke, kleiner, roter Fuchs!) Und die Tochter: Auch bei ihr rückten die angesprochenen Vorfälle ins rechte Lot, und ohne in der Situation dessen zu sein, der sich verteidigen muß, merkte sie recht schnell, wie unrecht der kleine rote Fuchs handelte, der nach seiner "Fuchsen-Mami" mit Füßen trat.

Fortsetzung                                                                  zurück zu home: